Herzlich Willkommen auf den Seiten des Flugsportvereins Tübingen e.V.!
Seit der Gründung 1950 betreiben unsere Mitglieder mit viel Leidenschaft und Engagement den Segelflug. Unsere Schwerpunkte dabei sind eine gute Jugendarbeit und die Förderung des sportlichen Streckenflugs. Unsere modernen und gut gepflegten Segelflugzeuge und einen Motorsegler halten wir startklar auf dem Farrenberg (bei Mössingen/Talheim) an den Wochenenden von März bis November. Sie können uns dort gerne besuchen, wenn Sie Interesse haben! Bis dahin wünschen wir viel Spaß beim Stöbern auf unseren Seiten.

Der Thermik-Tag des Jahres – nein, doch nicht…

Segelflieger-Piloten verfolgen das Wettergeschehen ständig – manche Piloten täglich. Sie studieren Wetterberichte und spezielle Segelflugwettervorhersagen. Der Hintergrund ist, bereits Tage vorher auszumachen, dass ein gutes Wetterfenster herannaht… Sehr sehr gute Wetterlagen gibt es nur wenige male im Jahr – die will der ambitionierte Pilot auf keinen Fall verpassen.

Die Thermikgüte ist so mannigfaltig wie das Wetter selbst; es gibt hunderte unterschiedliche Wettergeschehen, direkt an diesen hängt auch die Stärke der Thermik. Die „Qualität“ der Luftmasse wird bestimmt durch Faktoren wie z.B. Sonneneinstrahlung (W/m2), Luftfeuchtigkeit (g/m3), Luftdruck (Pa), Tageshöchst- und Mindest-Temperaturen oder auch dem Temperaturgradienten (Abkühlung der Luft mit der Höhe). In ganz bestimmten Konstellationen ergibt sich eine außerordentliche ThermikQualität; wir nutzen diese seltenen Tage um „Rekordflüge“ zu versuchen; eine Strecke von über 1000km schreiben sich die Piloten dann auf den Zettel.

Ein solcher Tag zeichnete sich für heute, Sonntag, ab. Eine Kaltfront war durchgezogen. Auf der Rückseite einer solchen Kaltfront ergibt sich eine sehr gute Wetterformation – insbesondere im Frühjahr und dem Einfluss von Polarluft.

Der Flugtag beginnt dann bereits am Abend zuvor. Das Wetter wird im Detail geprüft, oft auch noch spät in der Nacht. Alle Sachen werden bereitgelegt (z.B. Essen, Trinken, Kleidung, Karten, Navigationsrechner usw.) und vielleicht sogar der Flieger hergerichtet. Am eigentlichen Flugtag geht es früh los; „Treffpunkt 6:00Uhr“ heißt es dann im WhatsApp-Chat des Vereins; bis alle Flieger um 9Uhr bereit zum Start bereitstehen, gibt es nämlich jede Menge zu tun.

Dumm nur, wenn die (Kalt)Front etwas zu langsam voranschreitet und am Morgen des gedachten (gehofften Tags) noch nicht vollständig über das Fluggebiet hinweggezogen ist. Das Rückseitenwetter der Kaltfront wird dann nicht wetterwirksam und bringt rein gar nichts. Von dem gehofften Bombenwetter bleibt dann nichts übrig außer eisige Kälte am morgen, frische klare Luft, Bodenfrost (oder sogar Schnee wie heute) UND schlechte Laune bei den Piloten ;-/

Um die Mittagszeit sieht man dann aber das Potential des Wetters – leider eben 6 Stunden zu spät. Am Himmel bilden sich, unmittelbar nachdem die Sonne mal durchkommt, sofort schöne Cumuluswolken wie aus dem Bilderbuch. Mhhhhh, vielleicht klappt es ja das nächste mal.

Die Schüler nutzen das Wetter natürlich trotzdem und kommen ihrem Flugschein ein kleines bisschen näher.

es wellt auf der Alb

Satter Wind aus Südost sorgt für schwache Wellen auf der Alb.

Es hat sich mehr als gelohnt; zunächst hatten wir nur vor, ein paar wenige Schulstarts zu machen. Letztlich kamen aber bis zu 40-minütige Flüge dabei raus. Wie das? – schließlich haben wir erst Ende Februar und die Thermik ist noch extrem schwach?!

Der satte Wind aus Südost mit in der Höhe über 40 km/h sorgte für schwach ausgeprägte und lokal begrentzte Wellenfelder. Diese waren in erreichbarer Ferne zum Flugplatz und somit erreichbar aus der Winde. Waren die Wellen erst mal lokalisiert und verstanden, waren sie auch reproduzierbar anfliegbar. Im Schwarzwald waren die Wellen markanter spürbar. Der Wind ließ im Laufe des Nachmittags allerdings leider etwas nach, sodass die längeren Flüge nur am Anfang des Tages möglich waren. Ja, Segelflieger fliegen auch ganz ohne Thermik ;-)

Hier gibts für alle Nichtflieger ein paar ganz interessante Infos zu Leewellen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Leewelle

Seit dieser Saison begrüßen wir Mili offiziell als Flugschüler unter uns. Mili ist erst 13 Jahre alt. Er begleitet unseren Verein schon seit vielen Jahren – jetzt gehts endlich „richtig“ los für ihn. Mili, herzlich willkommen an Bord. Always happy landings!

Cooler (vorgezogener) Saisonstart auf dem Farrenberg 2019 – so kann es weitergehen.

and the winner is…

…Klaus Kalmbach!

Herzlichen Glückwunsch, Klaus. Aber der Reihe nach;

Klaus flog vom 7. bis zum 13. Januar 2019 die „Auckland Soaring Championship 2019“ in Neuseeland mit. Auckland ist auf der Nordinsel von Neuseeland. Es wurde an 6 von geplanten 7 Tagen geflogen. Zwei mal holte er den Tagessieg – er setze sich insgesamt konsequent gegen die Homies durch und arbeitete einen grandiosen Sieg heraus. 908 Punkte trennen ihm vom Zweitplatzierten. 1033 vom Dritten. Und das mit einem Mini Nimbus, in unbekanntem Terrain und gegen erfahrene Piloten direkt dort aus der Region. Respekt.
Preis: Er kann sich über einen Urlaub in einem Wellness-Hotel freuen. Dazu gibt es für diese Zeit einen Alfa Romeo. Einen Wasserkocher; das wollte Klaus bestimmt schon immer einen haben :-) Man könnte meinen, der Pokal ist das begehrenswerteste… weit gefehlt. Er bekommt weiter einen echt abgefahrenen Kühlschrank im Segelflug-Design!!! Das Problem; dieser Preis geht an den Verein des Piloten – prinzipiell eine tolle Sache, wenn Klaus nicht für den dortigen Verein „Auckland flight Club“ an den Start gegangenen wäre. KLAUS!? – was soll denn bitte das??? :-) wir haben uns schon so sehr auf den Kühlschrank gefreut.

Gute Heimreise, Glückwunsch und; kommt gesund wieder zurück!

Auch zwischen den Jahren aktiv…

Fest etabliert; das „Fest zwischen den Jahren“. Seit vielen Jahren kommt der FSV zwischen Weihnachten und Neujahr zusammen und feiert die vergangene Saison. Dazu laden wir typischerweise auch unsere befreundeten Fliegerkameraden aus Mössingen und Umgebung ein. Auch passive, ausgeschiedene, ehemalige und Gönner des Vereins sind zu Gast.

Seit mehreren Jahren wird der Abend durch einen Vortrag von unserem Ehrenvorsitzenden Wolfgang Nickel verschönert. Er erzählt als Zeitzeuge aus den Anfängen der Fliegerei in Tübingen.
Seit 1950 gibt es den Tübinger Flugsportverein. Fliegerische Tätigkeiten in Tübingen wurden bereits ab 1928 verzeichnet. Wolfgang berichtet zunächst aus der Vorkriegszeit – viele Dinge, auch das Fliegen, waren damals getrieben von kriegerischer Motivation und Gesinnung. Das aber interessierte die Tübinger Piloten nicht – sie waren begeistert vom Fliegen. Von Politik und Krieg wollten sie damals nichts wissen.
Wolfgang hat Bilder, Dokumente und Geschichten mitgebracht, die auch den heute jungen Mitgliedern den Mund offen stehen lassen. So zum Beispiel die eine Geschichte; er selbst war noch ein junger Bub, als er und seine Kameraden sich dazu entschieden haben (ganz ohne Fluglehrer!), eine Runde fliegen zu gehen. Sie machen also in der Schule blau, holen sich einen Flieger aus der Halle, ziehen ihn auf dem Hänger quer durch Tübingen, gehen auf den Tübinger Spitzberg und drehen dort eine Runde. Nie kam es raus – heute absolut undenkbar.
Beeindruckend: bereits in jungen Jahren war der Tübinger Flugsportverein, was sportliche Leistungen angeht, vorne dabei. Der Grundstein wurde also schon früh gelegt. So gelangen bereits 1968 Zielrückkehrflüge von 300km vom Farrenberg aus. Geflogen wurde seinerzeit mit einem Zugvogel. Damals eine Rießenleistung, heute ein eher mittelmäßiger Flug.
Aber auch schlechte Zeiten gab es beim FSV: so brannte nach einer Faschingsfeier – bis heute ist ungeklärt wieso genau – die Werkstatt vollständig ab. Die Werkstatt wurde in Eigenleistung wieder aufgebaut. Der unglaubliche Einsatz der Mitglieder von damals ist verdanken, dass der FSV heute auf solch eine gute Basis zurückgreifen kann. Unsere Vorgänger waren fleißig. Auch Flugzeuge wurden in Eigenleistung gebaut. In den Jahren 1952 bis 56 wurden 20000h Stunden der Mitglieder erbracht.
Ein Highlight aus der jungen Vereinsgeschichte; 2007 fliegt Klaus Kalmbach vom Farrenberg aus den ersten 1000km-Flug.

Wolfgang, Danke für deinen interessanten Vortrag. Wir hoffen, du kannst diese Vortragsreihe noch viele Jahre weiterführen.

Tübinger Weihnachtsmarkt – warum tun wir das?!

Ganz einfach; weil es Spaß macht. Seit über 40 Jahren hat der FSV Tübingen einen Stand auf dem Tübinger Weihnachtsmarkt. Wir sind inzwischen ein fester Bestandteil des Marktes geworden. Legendär: das selbst gekochte Chili con Carne von uns. Doch, warum tun wir es – schließlich ist der Stand mit einem großen Aufwand verbunden: ganz einfach – weil wir Spaß dran haben… Es ist uns jedes Jahr ein rießen Spaß mit den Gästen in Kontakt zu kommen, unser Hobby vorzustellen und die Gäste zu verwöhnen. Wir feiern selbstverständlich aber auch selbst mit.

„Was, Tübingen hat ein Flugsportverein? Das wusste ich ja gar nicht.“, ein Satz, den wir oft hören bei uns am Stand. Auch das ist ein Grund, warum wir den Stand betreiben – wir wollen sichtbar werden unter der Bevölkerung und in der Stadt Tübingen. Unser Flugplatz liegt auf dem Farrenberg bei Talheim. Anscheinend zu weit weg, als dass man bewusst wahrgenommen wird von den Tübingern. Das macht aber nichts; wenn die Tübinger schon nicht zu uns kommen, dann kommen wir eben zu den Tübingern :-)

Auch dieses Jahr war der Markt wieder ein voller Erfolg. Hunderte Gäste kamen zu uns und verbrachten eine gute Zeit bei Glühwein, Punsch und leckeren Köstlichkeiten. Unser Stand ist einer der ersten in der Neckargasse und somit nicht zu übersehen. Herzlichen Dank an alle Besucher.

Der FSV Tübingen wünscht frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Always happy landings.

Das erste mal alleine!

Endlich alleine

Anschnallen, Haube zu und an die Winde hängen! Und das Beste: Ganz Allein!

Dieses Wochenende was es endlich so weit und ich durfte frei fliegen! Auf knapp 1300m Höhe mit Vögeln fliegen, die Welt von oben sehen und das Freiheitsgefühl genießen. Es war unbegreiflich schön. Anfangs hatte ich ein mulmiges Gefühl, doch als die Winde anzog, war alles vergessen. 15 Minuten blieb ich bei geringer Termik in der Luft, bis es zum Landeanflug ging. Per Funk anmelden und dann zurück zum Landeplatz „Farrenberg“. Die Landung klappte nahezu perfekt. Danach gab`s Glückwünsche vom ganzen Verein und den traditionellen Dornenstrauß für das Knüppelgefühl in den Händen.